The more I drink the more I drown… (Drowning Shadows by Sam Smith)

English Version below

Inspiriert durch das Gespräch mit einer Freundin in den letzten Wochen wollte ich mal ein Thema ansprechen was viele Menschen, die unter großem Druck stehen betrifft, jedoch von den meisten verschwiegen wird – das Thema Kompensation von Druck durch den Konsum von den verschiedensten Dingen. Bei der einen Person kann das ein One-Night-Stand (Im Lied: „running round chasing hearts, chasing bodies to fix the parts“) nach dem anderen oder Drogen sein, aber aus meiner Erfahrung ist es bei den meisten in meinem Bekanntenkreis der Alkohol in dem die „Schatten ertränkt“ werden.

Drowning Shadows Worpress Bild

Drowning Shadows – Sam Smith (cover by fabscriptor)

Und wie es im Lied „Drowning Shadows“ von Sam Smith bildlich beschrieben wird: „the more I drink, the more I drown“, ganz genau so ist es auch. Erst wird im Startup ganz cool mit den Kollegen ein Bierchen getrunken, denn Alkohol gehört im Startup definitiv dazu, um cool, locker und ungezwungen zu (sein) wirken. Zumindest ist das meine Erfahrung. Wenn dann aber der Stress losgeht, weil der Druck von Investoren zu groß wird oder die Banken oder ein Kunde im Nacken sitzt, dann werden es immer öfter zwei bis drei oder mehr Bierchen. Ein junger Gründer den ich coachen durfte, hatte sogar irgendwann die Angewohnheit jeden Tag mehrere Aspirin Effect (die mit der hohen Koffeindosis) zu nehmen und hat abends schnell auch mal ein bis zwei Gin-Tonic in fünf Minuten mitgetrunken.

Die Ursache für meine Beobachtung ist wie bei allen Suchtauffälligkeiten natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Manche kommen gut mit Stress, Enttäuschung und Frust klar und manche weniger. Aber generell ist natürlich die Gefahr viel größer, wenn sich in einem Umfeld bewegt wird wo Alkohol zur Tagesordnung gehört. Und dazu gehören natürlich auch Veranstaltungen von Förderträgern, Ministerien und Startup-Conventions. Hier ist Alkohol auch immer auf dem Programm und unbegrenzt verfügbar, da braucht man sich nur den Bits & Pretzels Event anzuschauen der auf dem Oktoberfest stattfindet. Warum ist das eigentlich so? Eine Antwort könnte man in der Zeile des Lieds „The more I rise above it all, the less I care about the fall“ finden. Es wird nicht gerne drüber gesprochen, aber der “Fall” eines Gründers oder eines ganzen Startup-Unternehmens ist viel öfters an der Tagesordnung als die paar Erfolgsgeschichten, die jeder kennt. Ein Weg vor der Angst zu den „Versagern“ zu gehören ist da eben die Kompensation mit Alkohol womit man einfacher die Augen verschließen kann. Oft fühlen sich Gründer trotz eines großen Teams halt auch alleine, weil es nur wenige sind auf denen der gesamte (finanzielle) Druck lastet und daher verbringen sie die Abende lieber in einer lustigen (Trink)gesellschaft (Im Lied: „go home to nothing or stay out for more?“).

Bei mir hat das zu mehreren volltrunkenen Abenden geführt bis ich einmal sogar auf dem Bordstein eingeschlafen bin und in dieser Nacht auch noch meinen Führerschein verloren habe. Und da haben wir es nämlich, der Teufelskreis wird nämlich immer schlimmer. Die Firma erfolgreich zu machen, kann sich jeder vorstellen, ist noch schwieriger wenn man für Vertriebs- und Werbetermine nicht mehr auf das Auto zurückgreifen kann.

Das andere Lager wird jetzt natürlich sagen „nur die Harten kommen in den Garten“ und der Druck gehört dazu, um Diamanten zu schleifen. Aus meiner Erfahrung ist diese Argumentation allerdings häufig die von Investoren, die Angst um ihre Investition haben und in den häufigsten Fällen selber aber nur sehen wollen wie ihr Geld sich vermehrt ohne dabei für die Firma in die sie investiert haben einen Finger krumm zu machen. Natürlich gibt es hier auch andere Beispiele, nämlich die Investoren die mit dem Herzen voll dabei sind und die einen sogar vom Bordstein aufsammeln würden, wenn man sie morgens um 3 Uhr anruft. Auch ich habe solche und solche erlebt.

Ich würde mir daher wünschen, dass über das Thema Drogen und Alkohol im Alltag von jungen Gründern offen gesprochen wird und keiner denken muss er ist ein Versager, wenn er mal dazu gehört. Zusätzlich würde ich dafür plädieren, dass zum Angebot von Gründercoachings eben auch gehört, die Gründer auf den Misserfolg und Druck- und Stressbewältigung vorzubereiten. Denn eines kann ich mit vollem Herzen als mehrfacher Gründer sagen: gründen ist eine ganz tolle Sache und herausragende Gründer haben schon immer und werden auch in Zukunft unsere Gesellschaft formen und nach vorne bringen – aber eben nicht zu jedem Preis und somit sich der Teufelskreis in eine Zerstörungsspirale entwickelt: „…drown all my shadows, drown them like before?“

– fabscriptor –

 English version

Inspired by the conversation with a friend in the last few weeks, I want to address a topic that many people know who are under great pressure, however, it is withheld by the most – compensation for pressure through the consumption of various things. For one person, this can be a one-night stand (in song: „running round chasing hearts, chasing bodies to fix the parts“) after another or drugs, but in my experience it is in the most cases alcohol in which the „shadows are drowned“.

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Drowning Shadows – Sam Smith (cover by fabscriptor)

And as Sam Smith’s „Drowning Shadows“ song figuratively describes, „the more I drink, the more I drown,“ that’s exactly what it is. First, in the startup company it is quite cool to drink a beer with your colleagues, because alcohol is definitely a way in startups (be) to come across as cool, easy and casual. At least that’s my experience. But then, when the stress starts, because the pressure from investors is too big or the banks or a customer sits on your neck, then it is more often two to three or more beers. A young founder I was allowed to coach, even had the habit at some point to take several aspirin effects (those with the high caffeine dose) every day and in the evening also quickly drunk one or two gin and tonic within five minutes.

The cause of my observation is of course different from person to person as with all addictive disorders. Some get along well with stress, disappointment and frustration, and some not so much. But in general, of course, the danger is much greater when moving in an environment where alcohol is part of the agenda. And of course that includes events from sponsors, ministries and startup conventions. Here, alcohol is always on the program and unlimited available, because you only need to watch the Bits & Pretzels event that takes place at the Oktoberfest. Why is it like that? An answer could be found in the line of the song „The more I rise above it, the less I care about the fall“. Nobody likes to talk about it, but the „fall“ of a founder or a startup is much more commonplace than the few success stories everyone knows. One way to avoid the fear of being „losers“ is to compensate with alcohol, which makes it easier to close your eyes. Often, founders, despite a large team, also feel alone, because there are only a few on whom the entire (financial) pressure is burdened and therefore they prefer to spend the evenings in a fun (drinking) society (In the song: „go home to nothing or stay out for more?“).

For myself, this has led to several drunken evenings until I once fell asleep on the curb and that night also lost my driver’s license. And there we have it, because the vicious circle is getting worse and worse. Everyone can imagine that making the company successful is even more difficult if you can no longer rely on the car for sales and advertising appointments.

Of course, the opposition will say „only the strong survive“ and “diamonds are produced under pressure”. From my experience, however, this argument is often that of investors who are worried about their investment and in the most cases only want to see how their money increases without making a real effort for the company in which they have invested. Of course, there are other examples as well, namely the investors who are full of heart and who would even pick you up from the curb if you call them at 3 o’clock in the morning. I also experienced such and such.

I would therefore like to see that the subject of drugs and alcohol in everyday life is openly talked about by young entrepreneurs and nobody has to think that he is a failure when he belongs to the not so successful ones. In addition, I would argue that the offer of start-up coaching also includes preparing the founders for failure and pressure and stress management. For one thing I can say with full heart as a multiple founder: founding is a very great thing and outstanding founders have always and will continue to shape and bring our society forward – but not at any price by letting the vicious circle become a destruction spiral: „… drown all my shadows, drown them like before?“

– fabscriptor –

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